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Die Seite zum Lesen und Diskutieren Die Rose in der Literatur - das gabs beim diesjährigen Lichtensteiner Rosenfest: Pia Purpur: Kleines RosenKrieg-Happy-End Rosalinde Rosenstern mochte Rosenhart so gern. Rosenhart hingegen war, leider furchtbar unnahbar. Dort, am Rosenblütenbach saß Roslindchen lange wach. Dachte sich, was tu ich nur, liegt es denn an der Figur? Oder mag er mein Gesicht, so wie's ist, gar wenig, nicht. Ist's der Rock von Omama, und die sittsam Miederschar? Lange dachte sie so nach, bis ihr Rosenherz zerbrach. Nein, sie konnte es nicht fassen, wollte Rosenhart nicht lassen. Bei des Mondes hellem Glanz, hob sie an, den Feentanz Rock und Mieder ließ sie wallen, um dann in den See zu fallen. Herrlich war die Flut und reine, spürte, sie ist nicht alleine. Hinterm Busch, dem Haselstrauch, sah sie einen strammen Bauch. Ui, oh Schreck, ein Bauch war's nicht, Sondern... ...Rosen’s-Hans Gesicht. Seine Augen, wie sie funkeln, leuchtend, sternengleich im Dunkeln. Springt er kühn ihr hinterher, und danach kam noch viel mehr...  ...Vollmond war nun aufgezogen, Grillen seufzten, Lüftlein wogen. Sanft, durch mildes Gras sie eilten, auf den Matten ewig weilten. Dort, hat sie ihn, innig Traum, unter ihrem Apfelbaum. Denn der Rosen-Hannes, keck, Läuft ihr nach, nicht vor ihr weg. Darum, Mädchen, laßt euch sagen. Zufall geht oft an den Kragen, ... und zum Rosenbütenblätterhohn, fehlt manchmal der gute Ton. Heidi Bergmann: Zu zweit Zwischen aufgestoßenen Fensterläden gießt eine Feuerbahn auf das Meer die glühende Kugel und du kneifst mich dass ich glaube an die Ankunft im Mittelmeerland und ich kann den Kopf an deine Schulter legen zum Schauen und wenn du beim Wein die Rose mir reichst kehrt alles Leuchten noch einmal und doppelter Jubel im Mond lässt uns die Münze entdecken die tief unten im Brunnen um unsere Wiederkehr weiß Doch auch der Amtsschimmel musste sich mit der problematischen Seite der Rose herumärgern:  Ronald Willmann: Amtlicher Vorgang Rosenwildwuchs, der überhaupt nichts mit irgendeinem Märchen zu tun hat Auszug aus einer Eingabe an die Schiedsstelle, Ressort Nachbarschaftsstreit: „…mussten wir leider feststellen, dass trotz mehrfacher Aufforderung unsererseits keinerlei Maßnahmen zur Eindämmung des Wildwuchses unternommen wurden. Das Rosengestrüpp hat mittlerweile nicht nur das gesamte mehrstöckige Anwesen der betreffenden Familie König (siehe Anlage Skizze) überwuchert, sondern breitet sich zunehmend auf unsere Grundstücksgrenze hin aus. Subjektiv entsteht der Eindruck, dass die letzten pflegerischen Maßnahmen schon fast 100 Jahre zurückliegen könnten.  Auch ohne nähere botanische Kenntnisse möchten wir betonen, dass es sich hierbei nicht nur um eine ästhetische, den Wohnwert erheblich mindernde Verschandelung handelt, sondern die Rosenpflanzen offenbar einer sehr schnellwüchsigen, stark dornigen Sorte zuzurechnen sind, die zu nicht unbedeutenden Verletzungen führen kann. Allein aus Sicherheitsgründen erwarten wir ein sofortiges Eingreifen der zuständigen Instanzen!“ Aus dem Protokoll des Ordnungs- und Grünflächenamtes: „Auf Nachfrage erklärte die zuständige Abteilungsleiterin, Frau Oberamtsrätin Katarina Feh, dass der Fall seit vielen Jahren aktenkundig bekannt sei und man bereits einige Mitarbeiter zu Vor-Ort-Begehungen entsandt habe, die jedoch allesamt ohne zufrieden stellendes Ergebnis zurück kamen – wenn überhaupt! Die Grundstücksbesitzer, Familie König, seien zu keiner Stellungnahme bereit gewesen, jedoch dürfe man mit einiger Sicherheit in ihnen die Urheber von unbestätigten Gerüchten vermuten, wonach bei dem ungewöhnlich starken Rosen-Wildwuchs höhere Gewalt im Spiel sei, der man mit gärtnerischen Maßnahmen unmöglich beikommen könne. In diesem Zusammenhang war sogar von einem so genannten Fluch die Rede. Ein fachliches Gutachten dazu müsse noch abgewartet werden.“ Aus dem Gutachten der Botanischen Fakultät Spindlersfeld: „…somit muss botanisch exakt bei der Gattung Rosacae – zu Deutsch Rose – nicht von Dornen, sondern von Stacheln gesprochen werden, da diese zugespitzten Auswüchse bei besagter Pflanzengattung auf den äußeren Epidermisschichten der Sprossachsen sitzen, im Gegensatz zu Dornen, die als umgebildete und zugespitzte Sprossachsen fest mit der Pflanze verbunden sind.“ Auszug aus dem schriftlichen Abschlussbericht des Sachbearbeiters Rüdiger Prinz: „Bei meiner Grundstücksbegehung am 12. des Monats konnte ich auf dem Anwesen der Familie König durchaus einen relevanten Bewuchs mit Rosengewächsen feststellen, doch stellte sich dieser keineswegs als gärtnerisch unbeherrschbar heraus. Meines Erachtens kann sogar von einem natürlichen Rückgang der Pflanzendichte gesprochen werden. Eine Verletzungsgefahr durch die Restbepflanzung war für mich nicht feststellbar. Nach mehrmaligem – ähm, Klingeln – gelang es mir, eine Vertreterin der Grundstückseigner – Name der jungen Dame ist bekannt – zu – ähm, sprechen. Diese versicherte mir glaubhaft, dass die zeitweilige Verwilderung des Anwesens keineswegs in der Absicht der Grundstückseigentümer gelegen habe. In nähere Einzelheiten sei sie jedoch nicht involviert gewesen. Diese Lesart wurde von ihrem Vater, dem eingetragenen Besitzer, in der weiteren Folge meiner Begehung bestätigt. Von ihm liegt die Zusicherung vor, sich künftig um eine satzungsgemäße Grünanlagenpflege des Anwesens einschließlich des Außengeländes zu kümmern. Ich schlage vor, dass ich die Einhaltung dieser Verpflichtung höchstpersönlich überwache, da ich bereits in ausreichendem Maße mit dem Vorgang betraut bin. Von der künftigen Erbin des Anwesens wurde mir diesbezüglich uneingeschränkte – ähm, Unterstützung – zugesagt. Wir werden international, zumindest linguistisch: Der bekannte englische Poet Sir Nigel Fetherston aus Middle Fritham - nein, wir geben’s lieber gleich zu, der Urheber der folgenden Zeilen ist deutsch und sächsisch, sogar hohenstein-ernstthalerisch und denen, die dabei waren, von der letzten Lichtensteiner Lese-Lounge bekannt. But see yourself - und fragt ihn doch (am besten über das Gästebuch), warum by the hell he is writing in english! Interessant - and so very romantic! Und - ganz neu - erneut etwas nachdenkens- und interpretierenswertes aus der Feder von Ralf Becker - diesmal in deutscher Sprache! Aufforderung Mehr als Nörgeln fällt dir nicht ein? Da soll dir denn gleich eingeschenkt sein: Es genügt nicht mehr, frustriert zu gehen, man muss sich äußern und widerstehen. Die Debatte selber qualifizieren, Angriff, wenn sie schwadronieren, spitze Fragen, wenn sie phrasieren, widersprechen, wenn sie Tatsachen frisieren, also sachdienlich opponieren. Das hast du versäumt, die andern haben abgeräumt. Du musst eine Entscheidung treffen, sonst kannst du bald die Segel reffen, die Flaute gäbe dich nicht mehr frei, pass auf, dass du nicht elend verreckst, weil du zu tief in der eigenen Unfähigkeit steckst. Sag, wann bist du beim Widerstand endlich aktiv dabei? Lovely offer I give you wings, so you can fly high without wedding rings to the 8th sky. I make you happy, I try, I'm not sure, but I still stay by to treat you right all time on your side. And when we are old, it will always go on, because your hand I hold, till the death you are my only one. Ralf Becker Kastanie Es ploppt, es klackt, die Haut wie Seide, ganz braun und glänzend, glatt. Die Kinderhand umschließt sie freudig, ihr Auge weißlich, matt. Manch Alter hebt sie gerne auf, sie schmeichelt in der Hand, jedoch nach Tagen schrumpelt sie, ist  nicht mehr  elegant. Der Glanz vergeht und Falten bleiben das ist bei Menschenkindern gleich, die Jahre Krähenfüße treiben und man wird schrumpelig und bleich. Jana Kermes Wo wir schon mal in der botanischen Branche sind und der Lese-Loungier selbst einmal in der gartenbaulichen Richtung tätig war, passt das vielleicht auch noch dazu: Unbändiger Lebenswille Ich habe eine Weide gefällt, sie stand einfach nur im Weg; hab ihren Stamm grad abgetrennt und in handlich-kleine Stücke zersägt. Zu heizen wird ihre neue Bestimmung, unsre Behaglichkeit ihr künftiger Zweck, damit das Holz schön trocknen könne legt ich es hinterm Zaun ins Eck. Nach Wochen wollte ich es spalten, gut getrocknet die Stücke kleinhau’n, da sah ich auf der Rinde Grünes sprießen und in die Erde grub neue Wurzeln, der Baum. Gefällt und zerlegt, kämpfte er noch ums Leben, ohnmächtige Kraft, um nicht einzugeh’n; ich hieb ihn klein und hofft, es möge mit mir dereinst nicht Gleiches gescheh’n.
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